Wenn ich Besuch aus Regionen bekomme, die maximal zwei Mülltonnen je Haushalt kennen – und davon gibt’s außerhalb Hamburgs offenbar immer noch einige! –, dann gehört es schon fast zum Sightseeingprogramm, erst einmal an der langen Reihe der häuslichen Mülltonnen entlang zu spazieren und sie fachkundig zu erläutern. “Hier kommt dann nur Papier rein, und diese da ist für die Gelben Säcke. Und hier kommen wir zur Hausmülltonne; die hat einen roten Deckel, weil sie wöchentlich abgeholt wird. Und schließlich gibt es dann noch die grüne Tonne für Biomüll, auch mit ‘nem roten Deckel …”
Wenn ich dann den Müll der Besucher hinaustrage, stelle ich regelmäßig fest, dass alles offenbar vollkommen unverständig in einen Plastiksack gepfeffert wurde – gern auch in den Gelben Sack, weil der so schön groß ist und nichts kostet.”Ihr glaubt doch nicht wirklich, dass das alles getrennt verarbeitet wird! Das wird doch eh’ alles wieder zusammengeworfen”, hört man dann gern mal als Reaktion auf eine umweltengagierte Empörung. Oder:
“Das wird doch auch alles wieder getrennt. Wozu macht ihr euch eigentlich die Arbeit?”
(Nebenbei: Trotz der vielen verschiedenen Mülltonnen in Hamburg sehen das offenbar auch immer noch viele Hamburger so. Laut Heinrich Stüver vom Hamburger Grundeigentümerverband (Hamburger Abendblatt, 24.04.12) landen in der Hansestadt noch immer 60 Prozent des eigentlich der “gelben” Wertstoffe im Hausmüll und damit in der Müllverbrennung (!).)
Manchmal frage ich mich ernsthaft, ob es nicht besser wäre, wenn sich der Müll einfach irgendwann von uns trennen würde.
Grenzüberschreitungen: Hamburg geht voran
Geschrieben von Delia, am 27. April 2012
Aktionen der Stadt, Allgemein, Natur & Stadtgrün // 0 Kommentare
Ich bin neulich bei den Vorbereitungen für einen Vortrag über eine Grafik gestolpert, die zwar schon drei Jahre alt ist. Sie hat aber nichts von ihrer alarmierenden Wirkung eingebüßt. Während Olaf Scholz, also unser Erster Bürgermeister, die Gelder für den Klimaschutz halbiert, schreitet die Vernichtung unserer Lebensgrundlagen munter voran.
Wie in der Grafik deutlich zu sehen ist, sind wir schon recht gut darin, die Arten der Welt auszurotten. Tiere sind in der Geschichte der Welt schon immer gestorben – aber noch nie so rasant wie jetzt. Der Mensch verändert die Umwelt in einer Geschwindigkeit, bei der keine Evolution mithalten kann.
Auch nicht schlecht, was wir schon in Sachen Klimawandel erreicht haben: Dirk Messner, ein extrem kluger Kopf der Deutschen Politikwissenschaft, hat ausgerechnet, dass Deutschland - bei gerechter Verteilung der Emissionsrechte – noch 6 Jahre Zeit hätte, weiter CO2 auszustoßen. Dann ist die Kapazität, relativ gesehen, erschöpft. (Burkina Faso hätte noch 2.000 Jahre Zeit.) Olaf Scholz will die Jahre offenbar voll ausschöpfen – das nenne ich mal ambitioniert!
Am Nitratgehalt des Bodens arbeitet sich die Landwirtschaft offenbar erfolgreich ab. Was die Luftverschmutzung und die Belastung der Böden mit Chemikalien angeht, wissen wir leider noch nicht so genau, was wir schon erreicht haben.
Dass die Meere mit zunehmendem CO2-Gehalt der Luft versauern, deshalb Krustentiere demnächst nicht mehr existieren und Nahrungsketten zusammenbrechen werden – davon ist Olaf Scholz offenbar nicht halb so alarmiert wie ich. Aber ist ja auch nicht so schlimm: es schwimmen ja eh nur noch wenige Fische drin, die betroffen wären, dank Subventionspolitik der EU.
Koalas im Radio: Das ist zuviel für mich!
Geschrieben von Delia, am 22. März 2012
Allgemein, Natur & Stadtgrün, Tierisches // 2 Kommentare
Ich gebe es zu: ich kann die privaten Radiosender meistens nicht hören. Mich macht die Werbung und das Genöhle darin einfach wahnsinnig. Außerdem mag ich Tina Turner, Rod Stewart und Phil Collins einfach nicht mehr hören. Deshalb höre ich meistens D-Radio Kultur. Mit dem Sender bin ich nach dem Frühstück meistens schon gut über die Ereignisse in der Welt informiert. Auf dem Weg zur Arbeit hole ich mir dann den Rest der Infos. Neulich allerdings habe ich abgeschaltet. Da ging es um Koalas in Australien. Dreimal dürft ihr raten: Vom Aussterben bedroht.
Das war die eine Hiobs-Botschaft des Senders an mich zuviel. Ich habe es einfach nicht mehr ausgehalten, nachdem ich morgens schon die Berichte über das Busunglück mit den Schülern und die Ereignisse in Syrien leiser drehen musste: mein Sohn saß neben mir. Denn: Muss ein 10-Jähriger schon alles hören? Tagesschau gucken neben dem Abendbrot ist auch nicht mehr drin. Denn: Muss ein 10-Jähriger schon alles sehen? Versteht mich nicht falsch: ich möchte ja, dass er ein Mensch wird, der sich verantwortlich fühlt. Aber wenn für mich alles schon eine Nummer zu groß ist…
Alles wird gut!
Geschrieben von Fabian, am 20. März 2012
Allgemein, Grünes Leben, Soziales // 1 Kommentar
Ich sag’ mal – frei nach Gauck: “Was für ein schöner Samstag!” Da strahlt mich von der Titelseite einer, nein: der Boulevardzeitung eine richtig glücklichmachende Schlagzeile an. Und ich denke mir, was für ein Glück! Die Erde wird wieder gesund!
Dann kann ich ja endlich wieder Spraydosen verwenden, große Autos fahren, mir die lästige Mülltrennung sparen und bedenkenlos Äpfel aus Neuseeland und Spargel aus Chile kaufen. Und dem ständig griespampigen, negativen Öko nebenan – “Siehste!” – einen Vogel zeigen. Dass im März (!!!) bis zu 24 Grad sind, das gehört doch sicher auch zum Heilungsprozess. Ist wohl noch so’n bisschen Fieber. Und das geht ja bekanntlich auch vorüber. Sonst verordnen wir der Erde einfach noch etwas Aspirin. Oder Antibiotikum.
Ich frag’ mich nur die ganze Zeit, wer eigentlich wirklich krank war – oder ist.
“Zusammen (ver)setzen wir Bäume”
Geschrieben von Delia, am 20. März 2012
Allgemein, Grünes Leben, Natur & Stadtgrün // 0 Kommentare
Da kommt doch per mail eine gute Idee hereingeschneit, die ich gern weitergebe: In der Ratgeber-Community gutefrage.net wird eine Umweltwoche gefeiert:
Bis Sonntag kann online eine Frage zum Thema Umweltschutz beantwortet werden.
Nach Prüfung der Antwort spendet die Plattform je Beitrag 50 Cent an ein Aufforstungsprogramm in Deutschland. Da ein Baumsetzling 5 Euro kostet, kann mit nur 10 Antworten schon ein Baum gepflanzt werden. Also – los! Viel Spaß beim Antworten….

